Kommenden Sonntag darf ich wieder die Diskussionsrunde „Philosophie im VII.“ moderieren. Das Thema lautet: „Ethikunterricht vs. Religionsunterricht“. Zunächst die Fakten:
- In Österreich haben wir einen konfessionell gebundenen Religionsunterricht ab dem ersten Schuljahr. „Konfessionell gebundenen“ bedeutet, dass es dem Kind nicht erlaubt ist, sich über eine andere Religion zu informieren.
- Die anerkannten Kirchen haben das Recht, in öffentlichen Schulen ihre Religion vorzutragen und den Kindern beizubringen. Die Konfessionsfreien haben kein Recht, den Kindern die Möglichkeit der Religionsfreiheit zu vermitteln.
- Den Inhalt, den die Religionslehrer vortragen, gilt als eine innerreligiöse Angelegenheit. Folglich darf der Staat nicht in die Lehrinhalte eingreifen, soweit diese nicht nach den allgemeinen Strafbestimmungen strafrechtsrelevant sind.
- Die Religionen haben nicht nur das Recht, ihre Religion den Kindern beizubringen, ohne dass sich der Staat einmischen darf, sondern das Privileg des Religionsunterrichts ist vom Staat zu 100 % zu finanzieren. Die Konfessionsfreien finanzieren sohin den Religionsunterricht mit.
- Ethikunterricht statt Religionsunterricht ist erst mit 14 Jahren möglich, also mit Eintritt der (Religions)mündigkeit. Bis dahin werden Kinder einseitig religiös unterrichtet, ohne eine andere Perspektive gelehrt zu bekommen.
Wir diskutieren, ob diese Situation befriedigend ist oder ob sich die Rechtslage ändern sollte.
Info: “Philosophie im VII.” ist keine Plattform für Vorträge oder Diskussionen einer elitären Gruppe, sondern hier treffen sich Philosoph*innen und interessierte Laien, um in konstruktiven Dialogen Meinungen auszutauschen. Jeder darf sprechen oder auch nur zuhören. Hauptsache, man hat Spaß an der Philosophie und an der Erörterung gesellschaftlich relevanter Fragen.
Die Veranstaltung ist kostenpflichtig. Der Eintritt beträgt 5,00 EUR.
Termin: Sonntag, 3. November 2024, 16:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Café Kreuzberg, 1070 Wien, Neustiftgasse 103
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