Wie lässt sich eine offene Gesellschaft gegen Irrationalität und Desinformation wappnen? Und welche Rolle spielt dabei wissenschaftliche Bildung? Diese Fragen standen im Zentrum der diesjährigen International Humanist Conference 2025, zu der die Allianz vun Humanisten, Atheisten an Agnostiker zu Lëtzebuerg gemeinsam mit Humanists International eingeladen hatte.
Unter dem Motto „From Awareness to Action: Strengthening Open Societies through Scientific Literacy“ diskutierten Expertinnen aus Europa und u.a. aus Argentinien, Ghana, Guatemala, Indien, Kanada, Libyen, Nigeria, Peru, Südkorea, USA über die Bedeutung wissenschaftlicher Bildung für demokratische Gesellschaften. Eingeladen waren nicht nur Fachleute, sondern auch Journalistinnen, politische Entscheidungsträgerinnen und interessierte Bürgerinnen.

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Im Zentrum stand die Frage, warum mangelnde Wissenschaftskompetenz nicht nur ein Bildungsproblem, sondern eine Gefahr für offene, demokratische Gesellschaften ist – und wie wir dem begegnen können.
Ich selbst war eingeladen, eine der beiden Keynotes zu halten. Eine Rede auf Englisch, knapp 50 Minuten lang, anschließend ein Panel – das war durchaus eine Herausforderung für mich, aber auch eine, die ich gerne angenommen habe. Mein Thema: „Why democracies need strong science: Learning from criticism“. Es bot nicht nur die Gelegenheit, zentrale Gedanken zu diesem Thema zu formulieren, sondern im Rahmen der Veranstaltung auch die Arbeit des Humanistischen Verbands Österreich (www.humanisten.at) und des Zentralrats der Konfessionsfreien Österreichs (https://konfessionsfrei.at/) kurz vorzustellen. Vor allem aber war die Konferenz eine echte Inspirationsquelle – inhaltlich wie menschlich. Ich habe viele neue Impulse mitgenommen, die sicher in unsere weitere Arbeit einfließen werden.
Wer meine Rede nachlesen möchte – hier ist die pdf-Datei:
Quelle: © C. Lintschinger
Am Nachmittag gab es dann zehn kurze Präsentationen zu je zehn Minuten, die einen Einblick in humanistische Projekte weltweit boten.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Leo Igwe, ein nigerianischer Philosoph und Religionswissenschaftler, der ursprünglich sich zum Priester ausbilden lassen wollte, sich aber längst der Religionskritik und Menschenrechtsarbeit verschrieben hat. Er berichtete eindrucksvoll über seine Projekte gegen Hexereiverfolgung und für kritisches Denken an afrikanischen Schulen.
Sehr spannend war auch der Beitrag von Hanna Siemaszko, die den englischsprachigen Wissenschaftspodcast SciLux betreibt – ein Format für alle, „die Wissenschaft lieben oder noch nicht wissen, dass sie es tun“. Ich habe schon hineingehört und empfehle gerne weiter: https://www.scilux.eu/
Und dann war da noch die wunderbare Idee, welche die rumänische Wissenschaftskommunikatorin Monica Belitoiu vorgestellt hat: ein Wissenschaftskalender, der jeden Tag mit einem kleinen Aha-Moment beginnt – ein Fakt, eine Entdeckung, ein Impuls zum Staunen. Vielleicht magst du ja selbst damit anfangen. Die Datei gibt’s hier:
Quelle: © by ASUR (https://asur.ro/despre-noi/)

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