Zeit für ein neues Rätsel: Meine Rätsel sollen – wie auch meine humanistischen Texte, News und Rezensionen – Humanist*innen unterhalten und informieren. Bei einem Reiserätsel ist das gar nicht so einfach. Entscheide selbst, ob es mir gelungen ist. Bitte, entschuldigt meine mangelhaften fotografischen Fähigkeiten.
NEU: Ab sofort müsst ihr nicht mehr eine Woche auf die Lösung des Rätsels warten. Die Rätselauflösung findet ihr direkt am Ende des Beitrags. Einfach ganz nach unten scrollen!
1. In welchem Land wurde dieses Foto aufgenommen?

Hinweis: In einem dünn besiedelten Land südlich des Äquators, bekannt für seine hohen Dünen, steht diese halbe Badewanne, bunt bemalt und als Sitzplatz umfunktioniert – mitten in der Wüste. Konsumgegenstände sind rar, dafür sind kreative Ideen umso häufiger anzutreffen.
2. Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Hinweis: In dieser großen Stadt gibt es einen Park mit welligen Mauern, bunten Mosaiken und schiefen Säulen – gestaltet von einem Mann, der an Gottes Wunder glaubte. Wunder habe ich an diesem Ort auch erlebt: freie Sitzplätze und stabiles WLAN. Der Architekt des Parks war kein Freund von Zeitdruck – an seinem berühmtesten Bauwerk wird noch immer gewerkelt. Wie schon er sagte: „Mein Kunde ist nicht in Eile.“ Ich wage mich heraus und behaupte, er wird auch nicht zur Bauabnahme kommen.
3. Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Hinweis: An diesem Ort wird wiederkehrend Rechtsgeschichte geschrieben. U.a. wurde hier entschieden, dass unter bestimmten, sehr restriktiven, Voraussetzungen ein Arbeitgeber sichtbare Ausdrucksformen religiöser Überzeugungen im Kundenkontakt verbieten darf.
4. Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Hinweis: In dieser Stadt wacht ein Berg über die Stadt, deren Geschichte leidvoll ist: Kolonialismus, Apartheid und ein langer, letztlich jedoch erfolgreicher Kampf um Freiheit. Vor der Stadt liegt eine Gefängnisinsel, die einst einen Mann beherbergte, der mehr zur Versöhnung beitrug als alle Kleriker vor Ort zusammen. Doch der Kampf um bessere Lebensbedingungen ist nicht vorbei. Das Land leidet an einer ungleichen Vermögensverteilung.
5. Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Hinweis: Ein kleines Dorf, in dem einst der Ruf Allahs von den Minaretten schallte, in dem heute aber katholische Glocken läuten. Doch wer hört hin? Statt Gebeten hallt hier vor allem lautes Stimmengewirr verwöhnter Touristen wider. Das Plätzchen ist aber auch beliebt für Wanderungen in der Sierra Nevada.
6. Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Hinweis: Hochhäuser erzählen von schnellem wirtschaftlichen Wachstum dieser Stadt am Atlantik, doch die Spannungen eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs, der 2002 endete, sind noch spürbar.
7. Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Auf dieser grünen Atlantikinsel, heute ein Paradies für Naturfreunde, mussten noch vor wenigen Jahrzehnten Arbeiter am Strand in der prallen Sonne Wasser schöpfen – und es gleich wieder ins Meer gießen. Stunde um Stunde – warum? Sie hatten sich gegen die Arbeitsbedingungen gewehrt. Die Aufgabe erfüllte keinen praktischen Zweck, sondern diente einzig und allein der Demütigung und der Zerstörung des Selbstwertgefühls der Menschen. Es war eine absurde, kafkaeske Zurschaustellung von Macht, die zeigen sollte: Deine Existenz zählt nicht, dein Leben hat keinen Wert, deine Bedürfnisse interessieren niemanden und blinder Gehorsam ist deine einzige Aufgabe. Ich traf Menschen, die mir davon erzählten. Was dieser Ort heute ist, wurde auch durch diese Erinnerungen geprägt. Doch die Inselbewohner*innen haben ihr Land, ihre Kultur und ihre Würde zurückgewonnen. Trotz bitterer Armut gibt es zahlreiche Projekte, die helfen sollen, die wunderschöne Natur der Insel zu bewahren.
8. Wo wurde dieses Foto aufgenommen?

Hinweis: Das Foto zeigt eine Freiheitsstatue. Sie erinnert an den „Marsch der Frauen“ im Jahr 1949, als diese gegen die französische Kolonialherrschaft protestierten, weil ihre Männer inhaftiert worden waren. Der Protest endete tragisch. Die Frauen wurden verhaftet und schwer misshandelt; die Männer kamen nicht frei. Heute ist der Ort nahe der westafrikanischen Küste ein beliebter Touristenort mit einem interessanten Trachtenmuseum, das der Vorstellung der vielen Stammeskulturen, ihren Trachten und den sehr unterschiedlichen Siedlungsformen dient.
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Freiwillige Mitmachbedingungen:
- Kein Google oder Wikipedia und keine Bildrückverfolgung
- Kein Lesen der Antworten in den Kommentaren
Auflösung:
Die Lösung findet sich weiter unten. Bitte, nach unten scrollen.
Eure Kommentare:
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Preis für die richtigen Antworten:
Zufriedenheit über das bereits erworbene Wissen
Trostpreis für falsche Antworten:
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Zu meinem humanistischen Blog/Vlog für weitere Beiträge, Buchrezensionen und Rätsel
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Auflösung:
1. ORT: Namib-Wüste Zum Hinweis: Die Namib-Wüste ist eine der ältesten und trockensten Wüsten der Welt. Trotz der kargen Natur zeigt sich hier eine beeindruckende menschliche Kreativität und Anpassungsfähigkeit – wie etwa in der Nutzung ungewöhnlicher Sitzgelegenheiten in der Wüste.
2. Ort: Barcelona Zum Hinweis: Hier erschuf der Architekt Antoni Gaudí den Parc Güell, der heute den Touristen vorbehalten ist. Und er begann mit dem Bau einer Basílica, die Sagrada Família. Gaudis Kunde, Gott, wurde aber noch nicht auf der Baustelle gesichtet.
3. Ort: Luxemburg. Zum Hinweis: Das Foto zeigt den EuGH. Der Hinweistext behandelt das Urteil des EuGH vom 15.07.2021 in den verbundenen Rechtssachen C-804/18 und C-341/19, Rechtssachen WABE und MH Müller Handel.
4. Ort: Kapstadt. Zum Hinweis: Das Foto zeigt den Tafelberg im Hintergrund. Das Gefängnis heißt Robben Island. Sein bekanntester Insasse war Nelson Mandela.
5. Ort: Pampaneira in Andalusien (Spanien)
6. Ort: Luanda (Angola) Zum Hinweis: Der Bürgerkrieg, der von 1975 bis 2002 andauerte, brach nach der Unabhängigkeit von Portugal aus. Er entstand durch Machtkämpfe zwischen den rivalisierenden Bewegungen, die jeweils von verschiedenen ausländischen Mächten unterstützt wurden. Der Krieg forderte rund eine Million Menschenleben und verursachte massive Fluchtbewegungen.
7. Ort: São Tomé. Zum Hinweis: Diese Insel ist ein Ort, an dem die Erinnerung an koloniale Grausamkeit mit ihren entwürdigenden Strafen noch sehr lebendig ist. Die Insel ist aber auch ein wahres Naturjuwel, auf das die Menschen, obgleich bitterarm, sorgfältig mit Schutzprogrammen achten.
8. Ort: Grand-Bassam (Côte d’Ivoire / Elfenbeinküste). Die historische Altstadt wurde in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen als Beispiel einer französischen Kolonialstadt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit für spezielle Belange geplanten Stadtvierteln, so etwa getrennte Wohnvierteln für Afrikaner und Europäer. Wer sich als Einheimischer zu weit in das „europäische Viertel“ wagte, riskierte Sanktionen. Die Ureinwohner dieser Küste wurden an den Rand gedrängt, entwürdigt, funktionalisiert – nicht nur ökonomisch, sondern räumlich, sprachlich, körperlich.

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