Rätsel #16 I Über das Rätsel der Willensfreiheit

Published by

on


Zeit für ein neues Rätsel: Diese Rätsel verstehen sich als spielerische Ergänzung zu meinen Analysen, Rezensionen und Kommentaren. Sie sollen unterhalten, informieren und zum Mitdenken einladen, aber keinesfalls belehren. Die Auflösung eines Rätsels steht jeweils am Ende des Beitrags. Wer mitraten möchte, sollte also zunächst der Versuchung widerstehen, nach unten zu scrollen. Über wohlmeinende Kommentare, sachlich-konstruktive Kritik – und natürlich auch über das Weiterleiten an andere Rätselfreundinnen und -freunde – freue ich mich sehr.

Über die heutigen Rätselfragen

Viele Menschen unterstützen die Behauptung, den Wunsch oder den Glauben, dass der Mensch wahrhaftig über einen freien Willen verfügt. Eine philosophische Richtung, der Kompatibilismus, versucht zu argumentieren, dass der freie Wille selbst mit einem deterministischen Universum vereinbar wäre. Doch nicht wenige Quantenphysiker, Neurowissenschaftler und Philosophen vermuten Anderes, halten die Willensfreiheit für eine Illusion. Es steht also im Zweifel, ob der Mensch wirklich frei in seinem Denken ist. Kann der Mensch frei wollen, was er will? Aber auch unter den Wissenschaftlern gibt es jene, die entschieden für die Willensfreiheit plädieren. Der Dissens ist so groß, dass bis dato keine allseits anerkannte Definition für die Willensfreiheit gefunden werden konnte. Für viele ist sie schlicht die Freiheit, unseren Willen selbst bestimmen zu können. Die heutigen Rätselfragen werden diese Fragen nicht klären. Aber die nachstehenden Aphorismen und Bonmots regen zum Schmunzeln und tieferen Nachdenken an.

Weißt du, wer im Folgenden was gesagt hat? Damit es nicht so schwer wird, habe ich diesmal mein Rätsel in multipel-choice-Fragen verpackt.

Frage 1: Wer kehrte mit diesem Satz die herkömmliche Vorstellung von Ursache und Wirkung radikal um?

Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun.“

A) Wolfgang Prinz (*1942)

B) Sigmund Freud (1856 – 1939)

C) Max Planck (1858 – 1947)

Frage 2: Welche Person hat diesen Aphorismus geprägt?

Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“

A) Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)

B) Immanuel Kant (1724 – 1804)

C) Leo Tolstoi (1828 – 1910)

Frage 3: Auf wessen Idee geht die Vorstellung zurück, dass eine minimale, unvorhersehbare Abweichung der Atombewegung die Voraussetzung für Willensfreiheit bildet?

Wenn nicht die Atome eine geringe Abweichung ihrer Bewegung zuließen,
entstünde kein neuer Anfang der Bewegung, und Ursache folgte auf Ursache ins Unendliche. Woher also, frage ich, stammt der freie Wille der Lebewesen?“

A) Werner Heisenberg (1901 – 1976)

B) Michio Kaku (*1947)

C) Epikur von Samos (ca. 341 – 270 v. Chr.)

Frage 4: Von welchem Karl stammt dieses Bonmot?

Mögen hätt’ ich schon wollen, aber dürfen hab’ ich mich nicht getraut.“

A) Karl Farkas (1893 – 1971)

B) Karl Valentin (1882 – 1948)

C) Karl Kraus (1874 – 1936)

Frage 5: Wer beschrieb Liebe und Hass als überwältigende Gefühle, die den Glauben an die Willensfreiheit infrage stellen?

Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt und nie gehasst.“

A) Bertha von Suttner (1843 – 1914)

B) Ricarda Huch (1864 – 1947)

C) Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)

***

Freiwillige Mitmachbedingungen

  • Kein Google oder Wikipedia und keine Bildrückverfolgung
  • Kein Lesen der Antworten in den Kommentaren

Eure Kommentare:

Eure Kommentare schreibt mir bitte gerne auf der Webseite meines humanistischen Blogs.

Auflösung:

Zur Auflösung nach unten scrollen

Preis für die richtigen Antworten:

Zufriedenheit über das bereits erworbene Wissen

Trostpreis für falsche Antworten:

Freude, neues Wissen erfahren zu haben

***

Weitere Rätsel

***

Zu meinem Trostbuch für Transzendenzskeptiker bei Ängsten und Trauer: „Atheistisch glücklich sterben“

Zu meinem humanistischen Blog für Kommentare und Analysen, Buchrezensionen, News, Veranstaltungstipps und weitere Rätsel

***

Auflösung

1: A) Wolfgang Prinz
2: A) Arthur Schopenhauer
3: C) Epikur von Samos (Das Zitat ist aber eine sinngemäße, frei Übersetzung aus Lukrez, De rerum natura II)
4: B) Karl Valentin
5: C) Marie von Ebner-Eschenbach

Alle richtig? Teilt mir dies gerne mit – ebenso, welches Zitat euch am meisten berührt oder zum Nachdenken anregt. Mir ist bewusst, dass noch viele weitere Aphorismen genannt werden könnten, aber ich musste eine Auswahl treffen. Gerne könnt ihr mir euer Lieblingszitat nennen.

2 Antworten zu „Rätsel #16 I Über das Rätsel der Willensfreiheit“

  1. Avatar von Jochen Lengerke
    Jochen Lengerke

    Schopenhauer, Epikur und Valentin habe ich zuordnen können – immerhin.

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von clemenslintschinger

      Das ist mehr als die Hälfte – super!

      Like

Hinterlasse einen Kommentar